Im Europa des beginnenden 20. Jahrhunderts war die Monarchie, in der ein erblicher oder gewählter Monarch Staatsoberhaupt auf Lebenszeit ist, eine vorherrschende Staatsform. Dabei existieren drei Erscheinungsformen, die absolute Monarchie - der Monarch besitzt die alleinige Staatsgewalt -, die konstitutionelle Monarchie - die Macht des Monarchen wird durch die Verfassung eingeschränkt - und die parlamentarische Monarchie - die Macht der Monarchen beschränkt sich zumeist nur noch auf repräsentative Aufgaben. Zwei Weltkriege, Aufstände und Putschversuche führten in weiten Teilen Europas zur Auflösung der Monarchie, es entstanden Demokratien.
Die Entwicklung der Länder Europas, die nicht von Diktaturen geprägt waren soll natürlich nicht außen vor gelassen werden. Dabei gab es am Anfang des 20. Jahrhunderts in vielen Ländern noch Monarchien, die sich meist in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts in Demokratien oder demokratisch regierte Länder verwandelt haben.
In England (älteste Monarchie), Belgien, Dänemark, den Niederlanden, Schweden, Spanien, Luxemburg, Monaco, Liechtenstein und Andorra konnte sich die Monarchie behaupten, wenn gleich unter veränderten Machtpositionen. Die einstige absolute Herrschaft in der Politik, der Gesellschaft und gegenüber der Kirche, die im Grunde wesentliche Merkmale einer Diktatur aufwies, existierte nicht mehr.
In der konstitutionellen Monarchie wurde die einst absolute Macht des Monarchen durch das Parlament, das fortan an der Gesetzgebung und an der Festlegung des Haushaltes mitwirkte, eingeschränkt. Die Kompetenzen der Parlamente erweiterten sich im Laufe der Zeit, ihnen oblag nun auch die Bildung und Kontrolle der Regierung. Zugleich wurde das allgemeine Wahlrecht für Männer und Frauen eingeführt. Der Monarch konnte jetzt nicht mehr ohne das vom Volk gewählte Parlament handeln, somit sind die Monarchien praktisch zu Demokratien geworden.
Die meisten europäischen Monarchien sind erfolgreiche und stabile Staaten, dem Human Development Index der Vereinten Nationen zufolge sind unter den sieben europäischen Staaten, die sich durch eine erfolgreiche Entwicklung und einem hohen Lebensstandard auszeichnen, vier europäische Monarchien und zwar Luxemburg, Norwegen, Schweden und Belgien.
Alle europäischen Monarchien, außer Liechtenstein und Monaco, verfügen über ein parlamentarisches Regierungssystem, das heißt, die Regierung wird nicht direkt vom Volk sondern von einer Mehrheit im Parlament bestimmt. Die Regierung ist dem Parlament rechenschaftspflichtig und muss die getroffenen, politischen Entscheidungen auch gegenüber dem Volk verantworten.
In Liechtenstein sind Monarch und Volk (durch Vertreter) gleichermaßen Träger der Staatsmacht, somit hat der Monarch noch politischen Einfluss. In Monaco herrscht heute noch die frühe konstitutionelle Monarchie, obwohl der Fürst nicht demokratisch gewählt wurde, ist er alleiniger Träger der Staatsgewalt.
Die französische Revolution 1789 führte zum Sturz der Monarchie und zur Bildung einer Republik. Frankreich ist eine demokratische Republik mit einem semipräsidentiellen Regierungssystem (seit 1958), das bedeutet unter anderem, dass der Präsident Staatsoberhaupt und zugleich Regierungschef ist und ihm dadurch Rechte zur politischen Gestaltung zugestanden werden.
In einer parlamentarischen Regierungsform hingegen wie beispielsweise in der Bundesrepublik Deutschland, sind diese Funktionen geteilt, das Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident, der Regierungschef die Bundeskanzlerin. Das Staatsoberhaupt wird durch das Parlament gewählt und nicht durch das Volk und dadurch ist nur eine überwiegend repräsentative Funktion möglich.
Der erste erfolgreiche Versuch eine Demokratie in Deutschland zu errichten, erfolgte 1919 mit der Gründung der Weimarer Republik. Die Demokratiefeindlichkeit der Deutschen, die zu große Macht des Reichspräsidenten, die Wirtschaftskrise, der Versailler Vertrag usw. führten letztendlich zu deren Auflösung 1933.
Nach dem zweiten Weltkrieg waren zwei Großmächte entstanden, die USA (Kapitalismus) beanspruchte die Gebiete Westeuropas und die UdSSR (Kommunismus) die Gebiete Osteuropas (Ostblockstaaten DDR, Ungarn, Polen, Rumänien, Bulgarien, Tschechoslowakei). 1989 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kam es zur Wiedervereinigung Deutschlands und aus den ehemaligen Ostblockstaaten wurden demokratische und parlamentarische Republiken.
Mit der Unterzeichnung des Vertrages von Maastricht am 07.02.1992 wurde die Europäische Union, die eine demokratische Vereinigung der Bürger Europas ist, gegründet. Das nunmehr geeinte und gestärkte Europa soll dauerhaft Frieden bringen und den Bürgern Sicherheit, Recht und Demokratie garantieren. Gegenwärtig umfasst der Staatenverbund 27 europäische Staaten.
Die Schweiz war aufgrund ihrer Neutralität - seit dem Wiener Kongress 1815 völkerrechtlich anerkannt - von den Auswirkungen der Weltkriege weitestgehend verschont geblieben. In der Schweiz herrscht eine direkte Demokratie, Bürger können durch Volksentscheide direkt auf die Politik Einfluss nehmen und nicht wie in einer parlamentarischen Demokratie nur durch Wahlen. Die Schweiz ist kein Mitglied der Europäischen Union.
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